Organisation

Das Rote Kreuz Unterwalden ist ein Verein mit ehrenamtlichem Vorstand und professioneller Geschäftsstelle. Diese ist für das operative Geschäft zuständig und unterstützt sowohl freiwillige wie bezahlte Mitarbeitende im direkten Einsatz bei den Kundinnen und Kunden.

Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ unseres Kantonalverbandes. Sie findet meistens in der ersten Maihälfte statt. Stimmberechtigt sind unsere Rotkreuz-Freiwilligen und die Obwaldner und Nidwaldner Samaritervereine.

Der Vorstand ist strategisches Führungsorgan. Präsident Marc Geissbühler ist zudem direkter Vorgesetzter von Geschäftsführerin Franziska Schöpfer.

Die Geschäftsstelle betreut das Tagesgeschäft und unterstützt freiwillige und angestellte Mitarbeitende unserer Dienstleistungen. Sie gibt Ihnen auch gerne Auskunft.

Was steht hinter der Organisation Schweizerisches Rotes Kreuz?

Das Schweizerische Rote Kreuz

Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK)

Das Rote Kreuz Unterwalden ist einer von 24 Kantonalverbänden des Schweizerischen Roten Kreuzes. Dieses besteht aus insgesamt 29 Mitgliedern. Neben den Kantonalverbänden sind dies die folgenden fünf Rettungsorganisationen:

  • Schweizerischer Samariterbund (SSB)
  • Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SLRG)
  • Redog (Such- und Rettungshunde)
  • Schweizerischer Militärsanitätsverband (SMSV)
  • Schweizerische Rettungsflugwacht (REGA)

Der Blutspendedienst ist ein wichtiger Bestandteil des SRK, hat dieses doch gemäss Bundesbeschluss die Pflicht zur Blutversorgung der Schweiz. Der Blutspendedienst ist aber nicht stimmberechtigtes Mitglied, sondern eine dem SRK gehörende Institution.

Das SRK ist Mitglied der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften.

Sie wollen mehr wissen? Hier geht es zur nationalen Homepage des SRK.

Wie entstand das Rote Kreuz?

Solferino

Im Kampf um die Vorherrschaft in Europa verbündete sich Frankreich 1859 mit dem Königreich Sardinien, um Österreich aus Norditalien zu verdrängen. In den Schlachten bei Magenta und Solferino blieb die französisch-sardische Koalition siegreich. Die Schlacht bei Solferino, einige Kilometer südlich des Gardasees, am 24. Juni 1859 war eine der blutigsten, die es bis dahin gegeben hatte: über 40'000 Soldaten und Offiziere wurden getötet.

Henry Dunant

Henry Dunant war auf dem Kriegsschauplatz, weil er in geschäftlichen Angelegenheiten ein Treffen mit Napoleon III gesucht hatte. Als er realisierte, dass Tausende Verletzte ohne Hilfe zurückgelassen worden waren, organisierte er in den umliegenden Dörfern und der Stadt Castiglione eine Hilfsaktion für alle Verwundeten, unbesehen welcher Nationalität. Frauen aus allen Gesellschaftsschichten beteiligten sich an dieser Hilfsaktion.

Henry Dunants spontane menschliche Reaktion angesichts des Elends auf dem Schlachtfeld von Solferino mit seinen Tausenden von Verletzten war der Grundstein zu Entstehung der grössten und bekanntesten Hilfsorganisation der Welt.

Die Rotkreuzidee

Drei Jahre nach Solferino berichtete Dunant über seine Erlebnisse in der "Erinnerung an Solferino". Mit diesem Buch rüttelte er ganz Europa auf. Er forderte ein internationales Abkommen zum Schutz der Kriegsopfer. Ausserdem schlug er vor, in allen Ländern Vereine von Freiwilligen zu gründen. Diese sollten in Friedenszeiten ausgebildet werden, um im Kriegsfalle die Sanitätsdienste der Armeen zu unterstützen.

Dunant reiste quer durch Europa und warb für seine Idee. Viele Regierungen erkannten, dass eine menschliche Behandlung von Verwundeten, Kranken und Hilflosen ihren Interessen entsprach, weil dadurch die Folgen der immer grausameren Kriegführung etwas gemildert werden können.

Die erste internationale Konferenz

Schon im Oktober 1863 fand in Genf eine Konferenz statt, an der Vertreter aus 16 Ländern teilnahmen. Sie fasste mehrere Resolutionen zur Organisation der freiwilligen Hilfe für Kriegsopfer. Das von Henry Dunant und General Henri Dufour gegründete Genfer Komitee wurde beauftragt, die Gründung von Hilfsvereinen zu fördern und als Vermittler zu wirken. Das rote Kreuz auf weissem Feld wurde als Schutzzeichen festgelegt.

Schutzzeichen

1876 wurde für die islamischen Länder der rote Halbmond als Schutzzeichen eingeführt. 2005 stimmte die  Diplomatenkonferenz aller 192 Unterzeichnerstaaten der Genfer Konventionen der Erklärung eines auf der Spitze stehenden roten Quadrats als "Zeichen des dritten Zusatzprotokolls" zum internationalen Schutzzeichen zu. Dieses Schutzzeichen ist auch als "roter Kristall" bekannt.

Der Vollständigkeit halber: Heute nicht verwendet, aber nach wie vor als Schutzzeichen gültig ist der rote Löwe. Dieser wurde zuletzt von Perisien verwendet und nach dem Untergang dieses Staates und der Gründung der Islamischen Republik Iran zugunsten des Roten Halbmonds abgeschafft. Würde der Löwe wieder verwendet, müsste er als gleichwertiges Schutzzeichen respektiert werden.

Die nationalen Rotkreuz-Gesellschaften

Der Initiative Dunants ist es zu verdanken, dass sich schon 1863 in einigen europäischen Ländern die ersten Rotkreuzvereine bildeten. Heute gibt es 190 nationale Gesellschaften vom Roten Kreuz und vom Roten Halbmond, also in fast allen Staaten der Erde.

Die Genfer Konventionen

Bereits 1864 unterzeichneten zwölf Staaten einen Vertragsentwurf des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zur "Verbesserung des Schicksals der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde". Zu diesem ersten Abkommen kamen zwei weitere hinzu. 1949 wurden die Abkommen überarbeitet, durch ein viertes ergänzt und 1977 (2) und 2005 (1) durch drei Zusatzprotokolle aktualisiert. Die Genfer Konventionen und deren Zusatzprotokolle enthalten die wichtigsten Regeln des humanitären Völkerrechts. Durch sie wurden verletzte Soldaten, Matrosen, Kriegsgefangene und auch Zivilpersonen unter den Schutz des humanitären Völkerrechts gestellt. Heute haben alle Staaten die Genfer Konventionen ratifiziert.

Das Rote Kreuz Unterwalden

Das Rote Kreuz Unterwalden ist ein eingetragener Verein und einer der 24 Kantonalverbände vom Schweizerischen Roten Kreuz. Das Rote Kreuz Unterwalden erbringt seine Dienstleistungen in den Kantonen Ob- und Nidwalden.

Die Statuten regeln Zweck, Organisation und Verantwortung des Vereins und seine Organe.

Die Mission ist das Leitbild, an dem wir unsere Arbeit ausrichten und messen.

Die Strategie legt die wichtigsten mittelfristigen Ziele fest. Die aktuelle Strategie wurde 2014 verabschiedet und gilt bis Ende 2020.

Die Rotkreuzgrundsätze bilden den Rahmen, an dem sich alle Mitglieder der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung orientieren.