Rotkreuz-Fahrdienst

Ruth aus Sarnen

Unentgeltlich Hilfe anzubieten ist meiner Ansicht nach eine innere Einstellung, ich möchte die Welt einfach ein bisschen liebevoller und menschlicher machen.
Ruth Staub

«Ich bin seit dem Pandemie-Ausbruch im Fahrdienst tätig. Weil viele Freiwillige im Seniorenalter sind und damit als besonders gefährdet galten, suchte das SRK Unterwalden per Inserat dringend neue Freiwillige. Ich hatte grad Zeit – unfreiwillig, weil meine Shiatsu-Therapie-Praxis, die ich 28 Jahre lang geführt hatte, die Corona-Krise nicht überstanden hat. Ich musste die Praxis schweren Herzens schliessen.

Am Anfang bin ich zwei bis drei Mal die Woche gefahren, habe die Fahrgäste zum Arzt oder zum Einkaufen begleitet. Es kam leider auch vor, dass sie mich nach einer Weile nicht mehr erkannt haben, weil sich ihr geistiger Zustand verschlechterte. Trotzdem haben sie sich über den Service sehr gefreut. Unentgeltlich Hilfe anzubieten ist meiner Ansicht nach eine innere Einstellung, ich möchte die Welt einfach ein bisschen liebevoller und menschlicher machen. Selber habe ich auch oft Hilfe in Anspruch nehmen dürfen und möchte nun auch etwas zurückgeben. Das muss nicht unbedingt zwischen den gleichen Personen geschehen, man kann auch jemand anderem helfen, um einen Ausgleich von Geben und Nehmen zu schaffen.

Seit mehr als zehn Jahren engagiere ich mich in Burundi, habe das arme Land in Ostafrika inzwischen sicher zwanzigmal besucht. Ich bin Co-Präsidentin des Vereins Franziskus Burundi, der Familien in verschiedenen Projekten unterstützt.»