«Durch Kolleginnen aus der Musikgesellschaft erfuhr ich, dass im Rotkreuz-Fahrdienst dringend Freiwillige gesucht werden. Da ich eine Vollzeitstelle als Leiter Reisezentrum in Engelberg bei der Zentralbahn habe, dachte ich erst, dass ich nicht der Richtige sei dafür. Weil wir aber auch an Wochenenden arbeiten und ich dadurch manchmal an Werktagen frei habe, meldete ich mich für ein kleines Pensum. Jetzt fahre ich wenige Male im Monat.
Mir ist dieser Dienst an den Mitmenschen wichtig, man kann ja auch im Kleinen etwas bewegen, Gutes tun. Meine Fahrgäste sind sehr dankbar für den Service und bringen uns Fahrern eine grosse Wertschätzung entgegen. Und man erfährt so einiges aus ihrem Leben, Heiteres und Trauriges. Manche von ihnen kenne ich mittlerweile gut, weil ich sie regelmässig fahre. Zum Beispiel einen älteren Herrn, der weit ab vom ÖV oben am Berg wohnt und auf den Rollstuhl angewiesen ist. Ihn begleite ich zur Therapie. Beim Ein- und Aussteigen braucht er etwas Unterstützung, mittlerweile sind wir ein gut eingespieltes Team. Die Wartezeiten machen mir nichts aus, ich erledige Einkäufe oder löse im Auto oder in einem Café Kreuzworträtsel. Ein Rätselheft habe ich immer dabei.»