«Im Mai 2024 waren es zehn Jahre, seit ich im Fahrdienst für das Rote Kreuz Unterwalden unterwegs bin, entweder im Privatwagen oder mit dem Rollstuhlauto, einem VW Caddy Automat. Ich fahre zweimal wöchentlich Kinder morgens in ihre Spezialschule und hole sie abends wieder ab, oder chauffiere Personen, die aus dem Spital entlassen werden nach Hause oder begleite Patienten zu Arztterminen und Behandlungen. Im Unterschied zum Taxi begleiten wir die Personen bis zum Empfang im Spital oder beim Arzt und warten, bis sie fertig sind.
Diese Dienstleistung wird sehr geschätzt. Gerade ältere, einsame Menschen nutzen die Fahrzeit gern für einen Schwatz, sind dankbar für ein offenes Ohr und erzählen einem nicht selten aus ihrem Leben. Die Dankbarkeit der Fahrgäste ist unser Lohn.
Als Armee-Instruktor hatte ich den Vorteil, mit 58 Jahren in Pension gehen zu können. Weil ich nicht den ganzen Tag zuhause rumsitzen wollte und gut «zwäg» war, wollte ich etwas Sinnvolles tun, aber ohne Verdienst – der wäre mir ja von der Rente abgezogen worden. So meldete ich mich beim Roten Kreuz, weil mir diese Institution bestens bekannt war.
Als Freiwilliger sieht man so manches Schicksal. Den Betroffenen helfen zu können, ist für mich eine grosse Motivation. Nur am Dienstag fahre ich nie, der Tag gehört ganz meinen Enkeln. Dieser Tag ist mir heilig!»